Interkommunale Zusammenarbeit

Warum geht das so schleppend voran?

Die Idee zu einer interkommunalen Zusammenarbeit ist in der Theorie zunächst einleuchtend, das Problem liegt in der praktischen Umsetzung. Zumindest kurzfristig - sind realistischerweise keine wirklichen Einsparungen zu erwarten.

Einschlägige Gutachten weisen zwar bei einem Übergang zu größeren interkommunalen Einheiten regelmäßig theoretische Einsparpotenziale in Vollzeitäquivalenten aus - diese bringen jedoch den einzelnen beteiligten Bürgermeistern, wenn es an die praktische Umsetzung geht, in der Regel recht wenig, haben sie es doch mit echten Menschen zu tun, davon viele in Teilzeit und mit noch unterschiedlich langen Dienstzeiten vor sich. Dadurch wird bei vielen zunächst einmal die Sinnhaftigkeit der IKZ insgesamt in Frage gestellt.

Hinzu kommen eine Reihe von Befürchtungen der beteiligten Akteure:

Die kommunalen Entscheidungsträger befürchten einen Verlust an Einfluss, dadurch, dass Entscheidungen nicht mehr in Eigenregie der Verwaltungsführungen und Räte, sondern nur noch in Abstimmung mit im Kooperationsverbund ebenfalls beteiligten Kommunen getroffen werden können.

Die Personalvertretungen befürchten massiven Widerstand von Seiten der Bediensteten, insbesondere, wenn Personalabbau droht oder Beschäftigte in die neuen interkommunalen Einheiten zu transferieren wären. Dies könnte eine Welle zusätzlicher Arbeit auslösen, zudem sind unklare Personalvertretungskompetenzen bei den neuen interkommunalen Einheiten zu vermuten.

Die Mitarbeiter befürchten, dass sie in Kooperationsämter umgesiedelt werden könnten, verbunden mit neuen Dienstorten und längerer Anfahrtszeit, unbekannten Kollegen, eventuell neuer Führung, unbekannter IT-Ausstattung und höheren Anforderungen an Knowhow und Flexibilität.