Interkommunale Zusammenarbeit

Wie könnte sie erfolgreich sein?

Aus unserer Sicht braucht man für eine erfolgreiche interkommunale Zusammenarbeit eine geeignete Vision von der Zukunft. Die klassischen Vorstellungen, benachbarte Kommunen vollständig zusammenzulegen (die Idee der Gebietsreform) oder Bildung von neuen kommunenübergreifenden Ämtern (Standesamt, UBA, Bauhöfe...), üblicherweise angesiedelt bei einer einzigen Kommune, die dann bestimmte Aufgaben für alle komplett übernimmt oder von Zweckverbänden (Ver- und Entsorgung, IT, ...), für die das Gleiche gilt, bieten keine Lösungen für die auf der Startseite ausgeführte Problematik.

Unser Ansatz

Der Ausbau von Zusammenarbeit ist ein evolutionärer Prozess, der im Kleinen beginnen kann (2 Kommunen arbeiten am Anfang nur bei einer Aufgabe zusammen) und sukzessive - wenn die Voraussetzungen geschaffen sind - weiter fortschreitet mit mehr Kommunen und mehr Aufgaben.

Dabei kann Kommune A bei Aufgabe 1 mit Kommune B zusammenarbeiten, bei Aufgabe 2 aber durchaus mit Kommune C.

Es entsteht so ein sich systematisch weiterentwickelndes interkommunales Netzwerk.

Kann so etwas gelingen ohne physische Personalverschiebung und zusätzliche interkommunale Ämter? Es wird dann gelingen, wenn wir die Arbeit an die Menschen heranbringen und nicht umgekehrt. Die dafür notwendigen interkommunalen Abläufe und Austauschprozesse werden nur über Fortschritte bei der Digitalisierung möglich werden. Stichwort: "Verwaltung 4.0". Das geht nicht von heute auf morgen und muss parallel zur Entwicklung des Netzwerks in Angriff genommen werden.

Um vorhandene Potenziale wirklich heben zu können und sich dabei nicht in kommunalen und interkommunalen Konkurrenzlagen zu verstricken, bedarf es eines gesamthaften, systematischen und koordinierten Vorgehens. Wesentlich hierbei ist es, zu einer als fair empfundenen Lösung zu kommen ohne Verlierer zu produzieren. Für jede beteiligte Verwaltung muss ein substanzieller und leicht zu kommunizierender Nutzen generiert werden.

Jeder Verantwortliche möchte bei einem solchen Vorhaben im Minimum die folgenden Fragen beantwortet haben:

  • Welche Felder (Aufgaben, Produkte) könnte ich besser mit welchen Partnern in Kooperation statt alleine betreiben?
  • Welchen Nutzen bringt das unterm Strich für mich?
  • Unter welchen Bedingungen und in welcher Kooperationsform (u.a. der rechtliche Rahmen) wäre das möglich und sinnvoll?
  • Wie könnte ich das bei den zu beteiligenden Gremien durchbekommen?
  • Wie gestalte ich den Change-Prozess bei mir und den Kooperationspartnern erfolgreich?

Die Vorteile einer externen Projekt-Koordination für ein solches Vorhaben liegen auf der Hand: ihr Interesse ist der Erfolg des Gesamtprojekts durch den Ausgleich von Einzelinteressen und nicht deren individuelle Durchsetzung!